Die Ausbildung zum Physiotherapeuten findet an Fach- bzw. Berufsfachschulen statt. Eingangsvoraussetzung zur Ausbildung ist die Mittlere Reife oder ein vergleichbarer Bildungsabschluss.
Geregelt wird die Ausbildung durch das Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) von 1994 und der damit verbundenen Ausbildungs- und Prüfungversordnung (PhysTh-AprV).
Es handelt sich hierbei um ein Bundesgesetz, d.h. dass das Ausbildungsziel, die Anzahl der Unterrichtsfächer und Unterrichtstunden, sowie die Prüfungsfächer bundesweit einheitlich geregelt sind.
Die Durchführung der Prüfungen, sowie die Kontrolle über den Ablauf der Ausbildung, obliegt den Bundesländern bzw. den Regierungspräsidien.
Für die Lernziele der Unterrichtsfächer gibt es zwar umfangreich erarbeitete Curricula, aber die Entscheidung über die inhaltliche Gestaltung des Unterrichts liegt in den Händen der jeweiligen Schule oder des unterrichtenden Lehrers.
Die Dauer der Ausbildung beträgt 3 Jahre, die in 6 Semester aufgeteilt werden. Sie umfasst insgesamt 4500 Unterrichtsstunden, die sich in 2900 U-Std. theoretisch - praktischen Unterricht in der Schule und 1600 U-Std. praktische Ausbildung am Patienten aufteilen.
In den ersten 9–10 Monate der Ausbildung findet der Unterricht an der Bochumer Physiotherapie-Schule in den Grundlagenfächern ausschließlich in der Schule statt. Ab der Mitte des 2. Semesters beginnt die praktische Ausbildung auch am Patienten in den uns angeschlossenen Krankenhäusern und kooperierenden medizinischen Einrichtungen.
Der theoretisch - praktische Unterricht umfasst alle in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung festgelegten Unterrichtsfächer und wird von den hauptamtlichen Lehrkräften sowie von Ärzten und Psychologen vermittelt. Neben den klassischen Unterrichtsfächern wie Anatomie, Physiologie und spezielle Krankheitslehre, liegt ein Schwerpunkt unserer Schule in der praxisorientierten Vermittlung der physiotherapeutischen Untersuchungs- und Behandlungstechniken und deren Umsetzung in der praktischen Arbeit am Patienten. Wir orientieren uns dabei an einem systembezogenen, fachübergreifenden Denkansatz, der die Physis und Psyche der Patienten miteinander verbindet. Dieses „Neue Denkmodell“ orientiert sich nicht an den einzelnen medizinischen Fachbereichen, sondern gliedert die Physiotherapie nach ihren Wirkorten in vier große Systeme.

